Die Physik des Bewusstseins - M. Kaku

Mikio Kaku ist ein namhafter Physiker und Autor populärwissenschaftlicher Bücher über Kosmologie und Quantenphysik.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass er das Thema Bewusstsein mit geradezu mathematischer Methodik angeht. Kurzerhand definiert er vier unterschiedliche Stufen von Bewusstsein (in Abhängigkeit von der Menge der Rückkopplungsschleifen, die ein System verarbeitet) und belässt es dann auch schon dabei.
So kommt es, dass das Thema Bewusstsein auf ganzen 68 Seiten schon abgehandelt ist.
Wer tiefere Einsichten psychologischer oder gar philosophischer Natur erwartet hat, ist hier an den Falschen geraten. Die danach folgenden 400 Seiten behandeln die Vielzahl technischer Möglichkeiten, die rund um das Thema Bewusstsein und Neurowissenschaften bislang bestehen oder vielleicht eines Tages bestehen könnten.

Dabei lässt Kaku profunde Kenntnisse der Neurowissenschaften erkennen, und für den neugierigen Laien hat er einiges an faszinierenden Einsichten anzubieten.
Dennoch bleiben diese Einsichten fragmentarisch: Die Bausteine setzen sich nicht zu einem Mosaik zusammen, sondern sind Blitzlichter, die dem Fortgeschrittenen wenig Spannendes bieten und für den Einsteiger keinen roten Faden haben, der das Werk als Einführung tauglich machen würde.

Kakus Blick auf die technischen Möglichkeiten ist von Euphorie und Optimismus geprägt, und so könnte seine über mehrere hundert Seiten reichende Schlittenfahrt durch das Reich der Technik den einen oder anderen allein durch seine Technologiebegeisterung schwindelig machen. Immerhin ist es dabei einigermaßen unterhaltsam.




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